
Krieg gegen die Ukraine ++ Mehrere Tote bei russischen Raketenangriffen ++
Bei russischen Raketenangriffen sind mindestens fünf Zivilisten getötet worden. Der Kreml will keine europäischen Friedenstruppen in der Ukraine akzeptieren.
Die wichtigsten Entwicklungen:
- Selenskyj: Rohstoff-Deal ist nur Rahmenabkommen
- Mehrere Tote bei russischen Luftangriffen
- Ukraine: Finale Fassung für Rohstoffabkommen steht
- Kreml will keine Friedenstruppen in der Ukraine
- Ukraine greift Russland mit Drohnen an
- Verletzte in Region Kiew bei russischen Angriffen
Der ukrainischen Armee ist nach eigenen Angaben eine Gegenoffensive nahe der seit Monaten im Fokus der russischen Truppen stehenden Stadt Pokrowsk gelungen. Fallschirmjäger hätten die nahe Pokroswk gelegene Ortschaft Kotlyne eingenommen, erklärte das Militär im Onlinedienst Facebook. Im der ukrainischen Armee nahestehenden Online-Portal "DeepState" hieß es, Kotlyne habe seit Ende Januar unter russischer Kontrolle gestanden, sei nun aber zurückerobert worden.
Russland hat die Eroberung Kotlynes bislang nicht vermeldet. Russische Medien sprachen lediglich von "heftigen Gegenangriffen" der Ukrainer. Die russischen Kräfte hielten jedoch ihre Stellungen.
Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni hat mit Blick auf die Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Kriegs NATO-Sicherheitsgarantien für Kiew gefordert. Frieden in der Ukraine könne "nur erreicht werden, wenn Kiew angemessene Sicherheitsgarantien erhält, um sicherzustellen, dass sich das, was wir in den letzten drei Jahren erlebt haben, nicht wiederholt", sagte Meloni in Rom.
Diese Garantien müssen "im Rahmen des Atlantischen Bündnisses" umgesetzt werden. Sie seien nötig, "um sicherzustellen, dass sich die europäischen Nationen, die sich am stärksten bedroht fühlen, sich stattdessen sicher fühlen". Die NATO sei "der beste Rahmen, um einen Frieden zu gewährleisten, der weder zerbrechlich noch zeitlich begrenzt ist" und der die Gefahr abwende, dass "Europa bald wieder in das Drama des Kriegs zurückfällt".
Bei dem Rohstoff-Deal mit den USA geht es laut dem ukrainischen Präsidenten vorerst nur um ein Rahmenabkommen. "Es ist noch zu früh, über Geld zu reden, denn das ist ein Rahmenabkommen", sagte Wolodymyr Selenskyj der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge. Demnach soll ein echter Vertrag erst später folgen.
"Dieser wird schwieriger und ernsthafter, denn im nächsten Vertrag geht es um den Fonds", erklärte er. In dem eigentlichen Vertrag müssten die geschäftlichen Beziehungen und die finanziellen Aspekte der Vereinbarung noch genau geregelt werden. "Und dieser nächste Vertrag muss erst im Parlament der Ukraine ratifiziert werden." In einem möglichen Vertrag gehe es darum, dass auf neue von Kiew vergebene Förderlizenzen 50 Prozent des Gewinns der Ukraine selbst zugutekommen - und in einen Fonds für den Wiederaufbau des vom Krieg gezeichneten Landes fließen. Vorher aber müsse die Ukraine erst einmal eine Bestandsaufnahme über vergebene Lizenzen erledigen, sagte Selenskyj.
Medienberichte, wonach Selenskyj am Freitag zur Unterzeichnung des Vertrags nach Washington reisen werde, bestätigte er nicht. Eine Reise in die USA sei noch nicht mit dem Weißen Haus abgestimmt.
Der britische Premierminister Keir Starmer wird am Donnerstag in Washington von US-Präsident Donald Trump empfangen. Starmer will den US-Präsidenten von der Notwendigkeit von Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle einer Waffenruhe mit Russland überzeugen. Kurz vor seiner Reise kündigte Starmer eine Erhöhung der britischen Verteidigungsausgaben von 2,3 Prozent auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) bis 2027 an.
Russland und die USA sprechen miteinander über ein Ende des Kriegs in der Ukraine. Die Ukraine versucht, sich Gehör zu verschaffen, Europa will auch an den Verhandlungstisch. Doch wer vertritt welche Positionen? Ein Überblick.
Dutzende Delegierte haben während der Rede eines russischen Vertreters vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf aus Protest den Saal verlassen. "Unsere Unterstützung für die Ukraine ist unerschütterlich. Wir wollen einen gerechten und dauerhaften Frieden im Einklang mit der UN-Charta und dem Völkerrecht", erklärt der britische UN-Botschafter Simon Manley. Die Diplomaten, darunter die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens, versammelten sich während der russischen Rede vor dem Sitzungssaal.
Der russische Vizeaußenminister Sergej Werschinin warf in seiner Rede der Ukraine "eklatante Menschenrechtsverletzungen" und Diskriminierung gegen Russen vor. Die Sitzung des UN-Menschenrechtsrats fand anlässlich des dritten Jahrestags des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine statt. Die USA nahmen nicht an der Sitzung teil. Sie haben sich unter Präsident Donald Trump aus dem Rat zurückgezogen.
Mehrere Tote bei russischen Angriffen
Bei massiven russischen Angriffen auf die Ukraine sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Beim Beschuss der Stadt Kostjantyniwka in der ostukrainischen Region Donezk wurden fünf Menschen getötet und acht verletzt, erklärte Gouverneur Wadym Filaschkin.
Demnach schlugen drei präzisionsgelenkte Gleitbomben ein. Die Stadt befindet sich etwa 15 Kilometer von der Front entfernt und ist häufiges Ziel russischer Angriffe. Die russischen Angriffe auf Zivilisten hätten zugenommen und seien schwerer geworden, sagte Filaschkin.
Die Nachrichtenagentur Ukrinform teilte zudem mit, die Journalistin Tetjana Kulyk sei eine von zwei Menschen, die bei einem russischen Angriff nahe Kiew getötet worden seien. Der Gouverneur der Region hatte zuvor mitgeteilt, dass bei Löscharbeiten in einem zweistöckigen Privathaus im Bezirk Butscha die "Leiche einer verstorbenen Frau" gefunden worden sei. Später meldete er den Fund einer weiteren Leiche unter den Trümmern, die aber noch nicht identifiziert sei.
Vertreter Russlands und der USA werden am Donnerstag in Istanbul zu einem weiteren Treffen zusammenkommen. Das kündigt der russische Außenminister Sergej Lawrow an. Dabei soll es um die Beilegung bilateraler Streitigkeiten gehen. Ein breiterer Dialog werde von beiden Seiten als entscheidend für die Beendigung des Ukraine-Kriegs angesehen.
Zudem sollten bessere gegenseitige diplomatische Beziehungen geschaffen werden. Das türkische Außenministerium bestätigte das Treffen. Wer genau von beiden Seiten an dem Treffen teilnehmen wird ist noch unklar. Am 18. Februar war Lawrow in der saudischen Hauptstadt Riad mit dem neuen US-Außenminister Marco Rubio zusammengekommen - das erste Treffen dieser Art seit mehreren Jahren.
Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal hat die Einigung mit den USA auf ein Rohstoffabkommen bestätigt. Beide Seiten hätten eine endgültige Version eines Abkommens vorbereitet. Die Autorisierung durch die ukrainische Regierung stehe noch im Tagesverlauf an. Schmyhal erklärte weiter, die USA unterstützten die Bemühungen der Ukraine, Sicherheitsgarantien zu erhalten, um einen dauerhaften Frieden zu erreichen.
Die Vereinbarung gilt als wichtig für die Ukraine, um sich die Unterstützung von US-Präsident Donald Trump im Krieg gegen Russland zu sichern. Trump hatte das Abkommen als Gegenleistung für die bisherige Unterstützung der USA gefordert. Dabei soll es um Bodenschätze wie Seltene Erden gehen.
Zwei französische Forscher haben einen Angriff mit selbstgebauten Sprengsätzen auf das russische Generalkonsulat in Marseille gestanden. Sie sollen sich am Donnerstag in einem Schnellverfahren vor Gericht verantworten, teilte die Staatsanwaltschaft in der südfranzösischen Hafenstadt mit.
Die beiden Franzosen hatten erklärt, drei Plastikflaschen mit Stickstoff und anderen Chemikalien in den Garten des Konsulats geworfen zu haben. Zwei davon waren explodiert, ohne Schäden anzurichten.
Der Ingenieur und der Chemiker, die dem renommierten französischen Forschungszentrum CNRS angehören, hatten erklärt, dass ihr Angriff am Montag mit dem Ukraine-Krieg in Verbindung stehe. Sie hatten dem Bericht einer Lokalzeitung zufolge zuvor an einer Solidaritätsdemonstration zum dritten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine teilgenommen.
Vor dem Hintergrund der jüngsten diplomatischen Annäherung zwischen Russland und den USA unter US-Präsident Donald Trump haben beide Seiten nach russischen Angaben ein weiteres Treffen angesetzt. Diplomaten aus Russland und den USA würden am Donnerstag in der türkischen Metropole Istanbul zusammenkommen, kündigte der russische Außenminister Sergej Lawrow an.
Bei dem Treffen sollten "systemische Probleme" angesprochen werden, unter anderem beim Betrieb der Botschaften beider Länder, sagte Lawrow weiter. "Ich denke, dass die Ergebnisse zeigen werden, wie schnell und effektiv wir vorankommen können", fügte der russische Außenminister hinzu.
Russland hat europäischen Friedenstruppen in der Ukraine eine Absage erteilt. Man werde dem nicht zustimmen, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Idee sei eine Täuschung, die nur dazu diene, der Ukraine eine Wiederaufrüstung zu ermöglichen.
US-Präsident Donald Trump hatte diese Woche erklärt, der russische Präsident Wladimir Putin habe ihm gesagt, er sei damit einverstanden.
Mindestens 46.000 ukrainische Soldaten sind laut Präsident Selenskyj im Krieg gefallen. Die Angehörigen kämpfen nicht nur mit ihrer Trauer, sondern auch mit mangelndem Verständnis für ihre Situation, berichtet ARD-Korrespondent Niels Bula.
Russische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben zwei Orte in der russischen Region Kursk zurückerobert. Dabei geht es demnach um die Dörfer Pogrebki und Orlowka, teilte das russische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit.
Ukrainische Truppen hatten im vergangenen August nach einem einen Vorstoß große Teile der Region erobert. Bislang gelang es Russland nicht, Gebiete des eigenen Territoriums in größerem Umfang zurückzuerobern.

Karte der Ukraine und Russlands, hell schraffiert: von Russland besetzte Gebiete
Russland bereitet eigenen Angaben zufolge Gespräche auf Expertenebene mit den USA vor. Dies folgt auf ein Treffen von US-Außenminister Marco Rubio mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow am 18. Februar in Riad.
Pläne für ein Telefonat zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump gebe es derzeit nicht, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Bei Bedarf könne aber jederzeit eines arrangiert werden.
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben einen russischen Drohnenangriff in der Nacht weitgehend abgewehrt. Russland habe mit 177 Drohnen angegriffen, teilte die ukrainische Flugabwehr mit. Davon seien 110 Drohnen abgeschossen worden. Weitere 66 Drohnen seien vom Radar verschwunden und wohl von der elektronischen Flugabwehr abgefangen worden.
Allerdings wurden bei dem Angriff den Behörden zufolge in der Hauptstadt-Region Kiew ein Mensch getötet, mindestens zwei weitere Menschen verletzt und mehrere Häuser beschädigt.
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Region Kiew ist Behördenangaben zufolge ein Mensch getötet worden. Mindestens vier weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Mykola Kalaschnyk, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Zudem gerieten Angaben zufolge mehrere Häuser in Brand. In einem brennenden Wohnhaus sei die Leiche eines Zivilisten gefunden worden. In der Region Kiew und dem östlichen Teil der Ukraine galt ab Dienstagabend für mehrere Stunden Luftalarm.
Moskau: 128 ukrainische Drohnen zerstört
Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Mittwoch 128 ukrainische Kampfdrohnen abgeschossen. 30 von ihnen seien über der annektierten Insel Krim abgefangen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Es handelte sich demnach um eine der größten ukrainischen Drohnenattacken seit Kriegsbeginn.
Den Angaben zufolge zielten die Drohnen auch auf die beliebte russische Urlaubsregion Krasnodar sowie die Regionen Brjansk und Kursk an der Grenze zur Ukraine. Weder russische Medien, noch die Behörden berichteten von größeren Schäden durch die Angriffe.
Drohnenangriff laut Russland auf Tuapse
Die ukrainische Armee soll den Schwarzmeerhafen Tuapse mit Drohnen angegriffen haben. Der Gouverneur der russischen Region Krasnodar, Veniamin Kondratyev, schrieb bei Telegram, dass drei Wohnhäuser beschädigt worden seien. Es sei ein Feuer ausgebrochen, das aber inzwischen gelöscht sei.
Tuapse beheimatet ein großes Raffineriegelände. Die Industrieanlagen waren in der Vergangenheit wiederholt Ziele ukrainischer Drohnen.
Frau in Kiew bei Drohnenangriff verletzt
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Region Kiew ist nach Angaben des Gouverneurs Mykola Kalaschnyk eine Frau verletzt worden. Die 19-Jährige sei mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht worden, teilte Kalaschnyk auf Telegram mit.
Ein Wohnhaus sei durch den Angriff in Brand geraten. Der Gouverneur veröffentlichte Fotos, die zeigen, wie Feuerwehrleute gegen Flammen in einem Wohngebäude kämpfen.
Liveblog vom Dienstag zum Nachlesen
Die Ukraine und die USA haben sich tagesschau-Informationen zufolge auf einen Rohstoffdeal geeinigt. Kremlsprecher Peskow hat nach einer Äußerung von US-Präsident Trump zu europäischen Friedenstruppen in der Ukraine auf die Ablehnung Moskaus verwiesen.